teckpro und iS2 gemeinsam stark: Michael Littig und Andreas Wandelt im Vorstands-Interview

iS2 Vorstand Andreas Wandelt und teckpro Vorstand Michael Littig im Interview
Die Unternehmen teckpro AG und iS2 AG haben sich vereint, um ihre Kräfte zu bündeln und Synergien zu schaffen. Wir haben die Geschäftsführer der beiden Unternehmen zu einem exklusiven Interview getroffen. Das Gespräch mit teckpro-Vorstand Michael Littig und unserem iS2-Vorstand Andreas Wandelt gibt Einblicke in die Motivation hinter dem Zusammenschluss, die gemeinsamen Ziele und die zukünftige Ausrichtung. Ihre Visionen, Pläne und ihre Leidenschaft für Innovationen versprechen nicht nur eine spannende Zukunft für teckpro und iS2, sondern auch eine beeindruckende Weiterentwicklung von IT-Lösungen in der Versicherungsbranche.

Michael, was waren die Motive für die Übernahme und was hat dich an der Idee eines Zusammenschlusses von teckpro und iS2 am meisten gereizt?

Michael Littig: Das hat eine lange Historie. Ich kenne die iS2 schon über 20 Jahre. Euer Auftreten und eure Inhalte haben bleibenden Eindruck hinterlassen. Einige der Produkte und Lösungen waren inspirierende Referenzen für uns. Vor rund 13 Jahren führten wir erste Gespräche und überlegten, die starken Unternehmen zu vereinen statt als Wettbewerber am Markt agieren zu lassen. Damals funktionierte es nicht, aber ich blieb dran. Endlich, in diesem Jahr, haben wir die iS2 als Schlüsselspieler in unserem Zielmarkt gewonnen. Ich freue mich darauf, unsere Kräfte zu bündeln, Ziele zu setzen und gemeinsam voranzugehen. Es wird spannend!

Welcher Mehrwert entsteht durch den Zusammenschluss der beiden Firmen?

Michael Littig: In der Realität war die Verbindung fast eine zwingende Konsequenz. Die Marktbedürfnisse, regulatorischen Anforderungen und Kundenerwartungen an Lieferanten, Dienstleister und Softwareproduzenten sind enorm angewachsen. Unsere gemeinsame Größe bietet ein solides Fundament für die kommenden Schritte. Es ist anzunehmen, dass kleine Mitbewerber kurz- bis mittelfristig Schwierigkeiten haben werden, die sich ständig verschärfenden Anforderungen, die insbesondere die Regulatorik stellt, zu erfüllen.

Andreas Wandelt: Anstatt in Konkurrenz zu stehen, können wir gemeinsam neue Lösungen entwickeln. Ich sehe hier viel Potenzial, insbesondere dank des langjährigen Erfahrungshintergrunds und der starken Kundenbasis. Bereits kurzfristig könnten wir als führender Dienstleister im Mittelstand auftreten – als begeisterungsfähige Experten, die Spaß haben an dem, was sie tun und stets den Erfolg der Kunden im Sinn haben. In Sachen IT-Themen, inklusive KI, werden wir gemeinsam vielversprechende Lösungen anbieten und den Change unterstützen, den die Versicherungsbranche erfolgreich vorantreibt. Durch das Bündeln unserer Teams können wir eine Schwelle überschreiten und durchaus auch größeren Dienstleistern kompetitiv auf Augenhöhe begegnen. Das werden auch unsere Kunden wahrnehmen.

Michael Littig: Wie ein gemeinsamer großer Kunde von uns sehr treffend sagte: Der Zusammenschluss von teckpro und iS2 ist ein starkes Statement für die Zukunft.

Gibt es besondere Gründe für den Zeitpunkt? Warum war es gerade jetzt der richtige Schritt?

Michael Littig: Jetzt könnte ich eine Antwort konstruieren. Aber die Wahrheit ist, es hat jetzt einfach gepasst. Vor zwei Jahren war die iS2 für uns noch zu umfassend. Im vergangenen Jahr wurden Teile der iS2 anders positioniert, was zu einer günstigeren Situation führte. Der Kern von iS2, der sich auf Finanzanalyse, Beratung und ähnliche Themen konzentriert, stand nun im Raum – das passte gut. Die Entscheidung, die iS2 unter dem Dach der teckpro-Gruppe einzubinden, erfolgte jedoch nicht erst im letzten Jahr, dieser Prozess läuft schon seit Jahrzehnten. Wir haben alle Wettbewerber betrachtet, sowohl wirtschaftlich als auch inhaltlich, und sind immer wieder bei der iS2 gelandet.

Andreas Wandelt: Wir waren nach der Ausgliederung unseres Geschäftsbereiches für elektronische Signaturen ohnehin in einer Neuausrichtung. Jetzt ähneln sich die Strategien von teckpro und iS2 sehr und es war ein idealer Zeitpunkt, die beiden Unternehmen zusammenzuführen. Das war eine glückliche Fügung.

Wie passen die Produkt-Portfolios zusammen? Auf den ersten Blick gibt es einige Überschneidungen.

Michael Littig: Mit einem Wort: Perfekt. (lacht)

Andreas Wandelt: Ich denke, unsere Fachbereiche ergänzen sich sehr gut. Wir haben zwar verschiedene Ansätze, teckpro ist etwas modularer, während wir an manchen Stellen vielleicht integrierter sind. Abgesehen von der Technik ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, welches Momentum wir im fachlichen Bereich haben und wie wir Lösungen entwickeln können, die das Beste aus beiden Ansätzen vereinen.

Michael Littig: Wir haben eine recht große Schnittmenge sowohl inhaltlicher Art, also in Bezug auf vorhandene Produkte, als auch die Zielgruppen betreffend. Jeder von uns steuert eine individuelle Note bei. iS2 besitzt Expertise im Portalbereich, insbesondere bei Makler- und Kundenportalen. Im Gegenzug bedienen wir etwas mehr das Firmengeschäft bis hin zur Industrie. Dieses Fundament, sei es inhaltlich, technologisch oder in Bezug auf die Zielgruppen, bildet unsere stabile Grundlage. Darauf bauen wir auf mit Ergänzungen, die das Gesamtkonstrukt für die Anwendungen und für die Kunden noch breiter und leistungsfähiger macht.

Wird es neue gemeinsame Produkte oder Dienstleistungen geben?

Andreas Wandelt: Absolut. Wir wollen uns darauf konzentrieren, einen Mehrwert als Dienstleister zu bieten. Dabei können wir uns auf technologisch innovative Spezialthemen konzentrieren, während wir gleichzeitig das alltägliche Geschäft der modernen Webentwicklung nicht aus den Augen verlieren. Hier befinden sich viele Player der Branche noch im Transformationsprozess. Ohne zu viel vorzugreifen in Bezug auf unsere Produktstrategie – wir werden ein gemeinsames Angebot gestalten und dabei den Bedarf unserer Kunden für individualisierte Lösungen immer im Blick behalten.

Michael Littig: Wir wollen lang erwartete Projekte umsetzen, z.B. unser KI-Lab in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Wir analysieren Use Cases aus unserer Branche und prüfen, ob es nutzbringende Ansätze aus Forschung und Entwicklung gibt. Andreas und ich haben operative Themen wie Tests und Qualitätssicherung intensiv besprochen, um Ressourcen und Werkzeuge effizient zu bündeln – sowohl nach innen als auch nach außen. Unsere Kombination aus dem Technologie-Stack und dem Know-how in den Bereichen Front Office, Angebots- und Antragssysteme ist ein Alleinstellungsmerkmal und nahezu einzigartig. Hier sind wir exzellent aufgestellt und können am Markt Präsenz zeigen.

Von den Vorteilen für die Kunden habt ihr schon berichtet. Welche positiven Veränderungen erwartet die Mitarbeiter?

Andreas Wandelt: Unsere Fusion eröffnet die Chance, unterschiedliche Unternehmenskulturen zu erkunden, die sich in der gleichen Branche und Technologie bewegen. Es ist bemerkenswert, welch ähnlichen Herausforderungen teckpro- und iS2-Kollegen begegnen. Diese Parallelen erweitern unser Verständnis und ermöglichen die Entwicklung einer gemeinsamen Kultur. Dieses neue Gesamtkonstrukt wird nicht auf München und Kaiserslautern beschränkt bleiben, sondern uns die Möglichkeit bieten, über Standorte hinweg zusammenzuarbeiten. Eine wertvolle Erfahrungsbereicherung.

Michael Littig: Es ist wichtig zu betonen, dass unsere Fusion kein herkömmlicher Merger ist, bei dem oft Redundanzen festgestellt werden, sondern eher additiv zu sehen ist. Dank unserer neuen Größe haben wir die Möglichkeit, Rollen stabiler auszubauen und eine kontinuierliche Entwicklung und Spezialisierung zu gewährleisten. Es ist eine Botschaft an unsere Kollegen, dass wir endlich die Ressourcen haben, Dinge gezielter anzugehen und unsere Schwerpunkte fokussierter zu setzen.

Ist ein kompletter Zusammenschluss zu einer neuen Einheit geplant?

Michael Littig: Wir werden nicht auf ewig mehrere Organisationen parallel laufen lassen, sondern werden engagiert prüfen, wie wir das harmonisieren können. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wir in nicht allzu ferner Zukunft die Firmen zusammenführen, das umschließt neben der iS2 auch die Konstrukte der teckpro Gruppe, nämlich die teckpro AG und teckpro Software Solutions GmbH. Wir möchten unseren Kunden nicht Falsches suggerieren, sondern transparent nach außen geben, dass wir nun zusammengehören. Mit unseren zwei Standorten in Kaiserslautern und München sind wir für die gemeinsame Brand gut aufgestellt und wer weiß – vielleicht kommt ja noch ein dritter hinzu.

Andreas Wandelt: Mir ist es wichtig, dass wir durch den Harmonisierungsprozess nicht viel Momentum verlieren und ich hoffe, dass wir ihn relativ kurzfristig umsetzen können. Wir haben ein Interesse daran, eine gute und zukunftsgerichtete Arbeitsatmosphäre zu schaffen und wollen uns auf unsere Gemeinsamkeiten und nicht auf unsere Unterschiede fokussieren.

Wie ähnlich oder unterschiedlich sind sich beide Firmen? Wie wird die neue, gemeinsame Unternehmenskultur aussehen und wie soll es gelingen, die zwei Kulturen unter einem Dach zusammenzuführen?

Andreas Wandelt: Die iS2 Kultur zeichnet sich durch Zusammenhalt aus, ebenso durch einen wertschätzenden Ton untereinander. Trotz „Remote first“ treffen wir uns immer wieder vor Ort und verbringen eine gute Zeit miteinander. Wir möchten unseren Teammitgliedern ein modernes Umfeld bieten und es vermeiden, Generationen und Methoden gegeneinander auszuspielen. Wir haben durchaus unterschiedliche Altersstrukturen, Skills und methodische Ansätze an Bord und pflegen diesbezüglich ein ausgezeichnetes Miteinander. Wir möchten den Mitarbeitern klare Perspektiven aufzeigen, was ihre Aufgaben sind und wohin sie sich entwickeln können.

Ich kennen noch nicht alle Kolleginnen und Kollegen der teckpro, denke aber, dass wir viele Ähnlichkeiten haben.

Michael Littig: Auch ich habe die Annahme, dass sich die Kulturen von teckpro und iS2 nicht in großem Maße unterscheiden. Wir merken es ja auch anhand des gesamten Miteinanders in unseren bisherigen Gesprächen und Workshops. Wir haben die gleichen Themen, die gleichen Kunden, bewegen uns in der gleichen Branche – es liegt also nahe, dass unsere Firmen-DNAs eine hohe Deckung haben. Natürlich gibt es Themen, bei denen sich unsere Kulturen unterscheiden, wie beispielsweise euer Remote-first-Ansatz, aber auch hier werden wir einen gemeinsamen Weg finden.

Was hat euch über die jeweils andere Firma am stärksten überrascht?

Andreas Wandelt: Riesige Überraschungen gab es nicht, da wir die jeweils andere Firma schon recht gut kannten. Überzeugt hat mich die sehr gut strukturierte, ausgeprägte Geschäftsleitung – für mich ein Zeichen der Stabilität und auch der Verantwortung für unterschiedliche Themenbereiche.

Michael Littig: Es ist genau wie du sagst, wir haben die Firmen schon sehr gut gekannt. Ich glaube, iS2 wusste lange Zeit gar nicht, was ich alles über iS2 weiß. (lacht)

Es ist aber auch eine Leidenschaft von mir, Markt und Wettbewerb zu beobachten. Ich will unsere Stärken und Schwächen und natürlich auch die des Wettbewerbs erkennen und einordnen können. Bei allem, was wir in der Zukunft angehen wollen, müssen wir das mit dem Ziel tun, es am besten zu machen und nicht damit zufrieden sein, es fast so gut wie jemand anderes zu tun. Es gibt viele Dinge, bei denen wir von teckpro und iS2 wissen, wir können ganz vorne dabei sein. Und diese Dinge gehen wir zusammen an.

Kurz und knapp zusammengefasst: Welche Visionen oder Ziele habt ihr für die Zukunft und welches Wachstum erwartet ihr?

Andreas Wandelt: Ich würde sehr gern wahrgenommen werden als innovativer mittelständischer Dienstleister, an dem man nicht mehr vorbeikommt. Dieses Ziel der Sichtbarkeit bei den Kunden muss sich auch auf dem Arbeitsmarkt widerspiegeln. Hier spielen unsere Bemühungen aus Marketing und HR im Bereich Employer Branding eine wichtige Rolle. Wir müssen unsere Attraktivität als Arbeitgeber nach außen tragen, unsere Mannschaften weiter verstärken und so eine Stabilität erreichen, die es uns ermöglicht, bei Projekten in eine andere Größenordnung zu kommen, als es bisher für unsere einzelnen Unternehmen der Fall war.

Michael Littig: In den Dingen, die wir tun, möchte ich so etwas wie eine qualitätsstarke Marktführerschaft anstreben. Andreas hat schon wichtige Begriffe genannt – wir brauchen Innovationskraft und Innovationsstärke, sowohl technologisch als auch fachlich. Und natürlich haben wir eine Wachstumsstrategie. Die zunehmenden Aufgabenstellungen und die angestrebte Lösungsfähigkeit bedingen, dass wir in einem seriösen Rahmen wachsen müssen. Ich glaube, wenn wir mit unseren derzeit knapp 100 Experten jährlich um etwa 5 bis 10 Prozent wachsen, dann ist das eine seriöse Zielgröße.

Neben dem Mitarbeiterwachstum ist natürlich vor allem das Marktwachstum das Entscheidende. Es gehört also auch zur Harmonisierung der Lösungslandschaft, dass wir uns bemühen, mit noch breiteren und tragfähigeren Lösungen auf den Markt zu gehen.

Andreas Wandelt: Um einen Fußballvergleich zu bringen: Trotz ausgefeilter Taktik und klarer Vorgaben braucht es dann immer noch diesen einen besonderen Moment, in dem jemand Verantwortung übernimmt und den besonderen und durchaus auch risikoreichen Pass spielt, der neue Möglichkeiten eröffnet. Wir sollten also auch den Mut haben, vielleicht jetzt noch ein bisschen beflügelt durch die Fusion, mal etwas auszuprobieren und selbstbewusst nach vorne zu gehen. Nicht wenige erfolgreiche Projekte sind genauso gestartet – in dem Vertrauen auf die eigene Stärke.

Was muss eurer Meinung nach passieren, damit aus der Verbindung ein voller Erfolg wird?

Andreas Wandelt: Transparenz, glaube ich, ist jetzt ganz wichtig. Wir müssen vermeiden, dass Potential für gegenseitiges Misstrauen entsteht. Und das geht eigentlich nur, indem man sich sieht, kennenlernt, miteinander arbeitet. Ich glaube, das ist für mich der Schlüssel. Dann ist die Motivation, gemeinsam voranzugehen, sehr viel größer und wir können eine Basis schaffen, um zusammen Großes zu bewirken.

Michael Littig: Ja, das Entscheidende ist, dass es uns gelingt, alle Kolleginnen und Kollegen mitzunehmen. Und, dass der Markt das Vertrauen, das er bis jetzt schon in unsere Unternehmen hat, auch auf die neue Konstellation überträgt.

Das Gespräch führten Sophie Walz und Katja Streich.

Wir danken für das interessante Interview und blicken gespannt auf die Herausforderungen, die auf unserem gemeinsamen Weg auf uns warten. Folgen Sie den LinkedIn Seiten von iS2 und teckpro, um stets auf dem Laufenden zu bleiben. Für exklusive Unternehmensnews, aktuelle Fachbeiträge, Produktneuheiten und vieles mehr abonnieren Sie außerdem gerne unseren Newsletter.
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