- Referenzen
- Unternehmen
- MagazinMagazin | Die bunten Seiten der iS2 AG
Startseite Magazin Alle Beiträge Prozessoptimierung nach dem Go-live: So wird Software im Alltag wirksam
Prozessoptimierung nach dem Go-live: So wird Software im Alltag wirksam
So optimieren Sie Ihre Prozesse nach dem Go-live, reduzieren manuelle Nacharbeit und machen Erfolge messbar.
Die neue Software ist live – ein wichtiger Meilenstein ist erreicht. Nun zeigt sich, wie gut sie die Bereiche Beratung, Vertrieb und Fachabteilungen tatsächlich unterstützt.
Ein Antrag wird zwar digital erfasst, doch im nächsten System müssen die Daten erneut eingegeben werden. Das Kundenportal funktioniert, aber Rückfragen landen ohne Zuordnung im E-Mail-Postfach. Die Beratungssoftware bietet alle benötigten Funktionen, trotzdem entstehen unnötige Umwege.
Solche Situationen liefern konkrete Ansatzpunkte für die Prozessoptimierung. Bei der Digitalisierung von Versicherungsprozessen lohnt sich deshalb auch nach dem Produktivstart ein genauer Blick: Wo stockt die Arbeit? Was verursacht zusätzlichen Aufwand? Welche Anpassung bringt den größten Nutzen?
1. Den vollständigen Prozess betrachten
Eine funktionierende Anwendung allein garantiert noch keinen reibungslosen Ablauf. Entscheidend ist, ob ein Vorgang über alle beteiligten Systeme und Abteilungen hinweg erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Bei einer digitalen Antragsstrecke bedeutet das: Daten erfassen, Angaben prüfen, Dokumente erstellen, Informationen übertragen und den Abschluss bestätigen. Eine wichtige Grundlage dafür ist die Integration in bestehende Systemlandschaften.
Auch Google orientiert die Bewertung von Zuverlässigkeit an zentralen Nutzerwegen: Können Menschen ihre wesentlichen Aufgaben mit einem System erfolgreich erledigen?
Für die Praxis: Wählen Sie Ihre drei wichtigsten Geschäftsprozesse aus und prüfen Sie jeweils einen vollständigen Durchlauf:
Wo werden Daten doppelt eingegeben?
Wo entstehen Wartezeiten oder Rückfragen?
Wo müssen Mitarbeitende manuell eingreifen?
Ist eindeutig erkennbar, wann der Vorgang abgeschlossen ist?
So entsteht eine konkrete Grundlage für Verbesserungen.
2. Rückmeldungen gezielt auswerten
„Das ist zu umständlich“ zeigt Handlungsbedarf, erklärt aber noch nicht die Ursache. Aussagekräftiger ist eine konkrete Beobachtung:
„Bei einer Änderung der Bankverbindung müssen dieselben Angaben in zwei Masken eingetragen werden.“
Für verwertbares Feedback reichen zunächst vier Informationen: betroffener Arbeitsschritt, erwartetes Ergebnis, tatsächliches Verhalten und Häufigkeit.
Unterscheiden Sie anschließend: Liegt ein technischer Fehler vor? Fehlt Wissen zur Bedienung? Passt der Ablauf nicht zur Praxis? Oder wird eine zusätzliche Funktion benötigt?
Diese Einordnung hilft, die passende Maßnahme auszuwählen. Eine Schulung erklärt einen Bedienweg. Eine fehlende Datenübertragung erfordert dagegen eine technische oder organisatorische Lösung.
3. Verbesserungen nach ihrem Nutzen priorisieren
Nicht alle Anpassungen sind gleich dringend. Kritische Störungen, fehlerhafte Datenverarbeitung und Sicherheitsprobleme haben höchste Priorität. Danach lohnt es sich, wiederkehrende Hindernisse in den Blick zu nehmen.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht ihr Potenzial:
Wenn bei 500 Vorgängen im Monat jeweils vier Minuten für die doppelte Datenerfassung entfallen, werden rechnerisch rund 33 Stunden Bearbeitungszeit frei.
Dies ist eine illustrative Rechnung. Ob die Entlastung tatsächlich eintritt, sollte nach der Umsetzung überprüft werden.
Bewerten Sie mögliche Verbesserungen anhand von drei Fragen:
Wie viele Vorgänge und Mitarbeitende sind betroffen?
Welcher Aufwand oder welche Fehler entstehen heute?
Wie aufwendig ist die Änderung einschließlich ihrer Abhängigkeiten?
Praxistipp: Verbinden Sie jede Maßnahme mit einem überprüfbaren Ziel: „Wir übernehmen vorhandene Kundendaten in den Folgeprozess, damit die erneute Eingabe entfällt. Den Erfolg erkennen wir an weniger manuellen Nachbearbeitungen.“
Fehlen für die Umsetzung Kapazitäten oder bestimmte Kompetenzen, kann gezielte IT-Projektunterstützung das interne Team ergänzen.
4. Erfolge messen
Anmeldezahlen zeigen, ob Software geöffnet wird. Ob sie den Arbeitsalltag erleichtert, lässt sich besser an den Geschäftsprozessen erkennen.
| Kennzahl | Was sie sichtbar macht |
|---|---|
| Bearbeitungszeit je vergleichbarem Vorgang | Wie schnell Aufgaben erledigt werden |
| Anteil der Vorgänge mit manueller Nacharbeit | Wo zusätzlicher Aufwand bestehen bleibt |
| Erfolgreich abgeschlossene Vorgänge im Verhältnis zu gestarteten Vorgängen | Ob Nutzende ihr fachliches Ziel erreichen |
Wichtig sind klare Definitionen: Enthält die Bearbeitungszeit auch Wartezeiten? Werden einfache und komplexe Fälle getrennt betrachtet? Wie werden gespeicherte Entwürfe berücksichtigt?
Beginnen Sie mit wenigen Kennzahlen und legen Sie jeweils Ausgangswert, Ziel und Zuständigkeit fest.
Ein kompakter Fahrplan nach dem Go-live
Die folgenden 90 Tage dienen als Orientierungsrahmen. Kritische Probleme werden unabhängig davon sofort bearbeitet.
| Zeitraum | Schwerpunkt |
|---|---|
| Tag 1–30 | Kernprozesse prüfen, Rückmeldungen zentral sammeln und Verantwortlichkeiten klären |
| Tag 31-60 | Wiederkehrende Ursachen untersuchen und Verbesserungen priorisieren |
| Tag 61-90 | Ergebnisse messen, Wissen an den Betrieb übergeben und weitere Schritte planen |
Die intensive Betreuung unmittelbar nach dem Go-live wird häufig als Hypercare-Phase bezeichnet. Microsoft empfiehlt, ihr Ende an konkrete Kriterien zu knüpfen: etwa stabile Kernprozesse, behobene kritische Probleme und ein Supportteam, das typische Fälle eigenständig bearbeiten kann. Hinweise dazu liefert der Microsoft-Leitfaden zur Übergabe in den Regelbetrieb.
IT-Consulting für Versicherungen: gezielt weiterentwickeln
Prozessoptimierung verbindet fachliche Anforderungen, technische Zusammenhänge und die Erfahrungen der Menschen, die täglich mit einer Lösung arbeiten.
iS2 unterstützt Versicherungsunternehmen mit Prozessberatung und technischer Expertise – von Softwarearchitektur und UX/UI bis zur Integration in bestehende Systemlandschaften. Unser IT-Consulting für Versicherungen betrachtet diese Aspekte gemeinsam.
Welche Abläufe kosten Sie nach dem Go-live noch unnötig Zeit? Gemeinsam lassen sich Optimierungspotenziale einordnen und passende nächste Schritte entwickeln.
Stand: September 2026
Quellen und weiterführende Informationen:
Google SRE Workbook: Implementing SLOs – Zuverlässigkeitsziele und die Betrachtung zentraler Nutzerwege.
Microsoft Learn: Plan your support operations – Übergabe in den Support, Anforderungsmanagement und Hypercare im Dynamics-365-Kontext.
iS2: IT-Consulting für Versicherungen – Informationen zu Prozessberatung und technischer Unterstützung.
Der 90-Tage-Plan ist eine redaktionelle Orientierung. Das Rechenbeispiel veranschaulicht mögliches Einsparpotenzial und beschreibt kein gemessenes Projektergebnis.
Sie brauchen einen Fahrplan für die
digitale Transformation?
digitale Transformation?
Wir haben da genau das richtige Whitepaper für Sie.

