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Erste Hilfe für die Seele – Miriam & Ann-Katrin über Mental Health First Aid
- Mariseé Brink
Mentale Gesundheit ist kein Randthema, sondern Teil unserer Verantwortung als Arbeitgeber. Mit der Ausbildung zur Mental Health First Aider setzen wir bewusst ein Zeichen: Wir schaffen Raum für starke Software – und starke Menschen.
Wir haben mit Miriam und Ann Katrin aus People & Culture darüber gesprochen, warum dieser Schritt wichtig war – und was sich seitdem verändert hat.
Motivation & Einordnung
Was hat euch aus People-&-Culture-Sicht motiviert, die MHFA-Ausbildung zu absolvieren?
Miriam: Mentale Gesundheit ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens – sowohl beruflich als auch privat. In meiner Rolle als Leaderin möchte ich fachlich gut ausgebildet sein, um auf solche Situationen reagieren zu können.
Ann-Katrin: Uns hat motiviert, dass mentale Gesundheit ein zentraler Teil von Mitarbeiter:innen-Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und langfristiger Bindung ist – und dass wir als P&C-Team hier nicht nur “mitdenken”, sondern konkret handlungsfähig sein wollen. Die MHFA-Ausbildung gibt dafür einen praxistauglichen Rahmen.
Gab es konkrete Situationen im Arbeitsalltag, die euch gezeigt haben: Dieses Thema braucht mehr Raum?
Miriam: Unsere interne Umfrage zum First-Remote-Ansatz hat ergeben, dass es definitiv kein Randthema ist, sondern auch in der heutigen Arbeitswelt eine wichtige Priorität hat. Achtsamkeit und Nachhaltigkeit sind keine Buzzwords oder Trends, denen wir hinterherlaufen, sondern lebenswichtig.
Ann-Katrin: Ich kann mich Miriams Worten nur anschließen 😊.
Warum reicht es nicht, mentale Gesundheit nur punktuell zu adressieren?
Miriam: Mentale Gesundheit lebt von einer Einstellung und Haltung, die nachhaltigen Impact hat. Ich kann nicht von einem Wochenende zum anderen lechzen in der Hoffnung, dass meine Batterie dann voll aufgeladen ist und für die neue Woche reicht. Ich habe tagtäglich im Hier und Jetzt für meine Gesundheit zu sorgen – ebenso auch Arbeitgeber.
Ann-Katrin: Weil mentale Gesundheit nicht in Wellen passiert, sondern im Alltag. Einzelne Aktionen können Aufmerksamkeit schaffen, lösen aber nicht die Ursachen. Wenn wir das Thema nur punktuell anfassen, bleibt es bei Symbolik und Hilfe greift oft erst, wenn es schon kritisch ist.
Haltung & Verantwortung
Was bedeutet mentale Gesundheit für euch im Kontext einer gesunden Unternehmenskultur – jenseits von Benefits oder Einzelmaßnahmen?
Miriam: Mentale Gesundheit hat einen enormen weitreichenden Einfluss auf uns selbst und unser Umfeld. Es wäre ein Trugschluss, wenn Arbeitgeber denken, es würde sie nichts angehen. Die Dunkelziffer ist enorm hoch und mal ehrlich, wir nehmen unsere privaten Themen mit in den Arbeitsalltag und umgekehrt genauso. Wenn ich gesunde Mitarbeiter*innen in meinem Team habe, schaffe ich automatisch einen wichtigen Meilenstein für die Unternehmensziele. By the way gewinne ich dadurch auch die Talentsuche! 😉
Ann-Katrin: Mentale Gesundheit ist für uns kein Add-on, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Zusammenarbeit. Denn Mitarbeitergesundheit ist die Basis für eine stabile, leistungsfähige Unternehmenskultur. Benefits unterstützen – aber sie ersetzen keine Rahmenbedingungen, in denen mentale Gesundheit ernst genommen und im Alltag geschützt wird.
Wo seht ihr eure Verantwortung als P&C-Team - und wo bewusst eure Grenzen?
Miriam: Ich sehe die Verantwortung darin, dass ich einem Raum innerhalb der Organisation schaffe, wo wir über Themen wie Depressionen und Ängste offen, vertrauensvoll und respektvoll sprechen. Jede*r von uns, hat dies schon einmal selbst erlebt oder kennt jemanden im näheren Umfeld. Es hilft (wissenschaftlich erwiesen) darüber zu sprechen. So mehr wir darüber wertfrei sprechen, desto mehr schaffen wir Prävention und Sensibilität für diese wichtigen Themen oder helfen ganz bewusst.
Die Grenze darin sehe ich, dass wir keine Diagnosen stellen und uns kein Urteil erlauben.
Ann-Katrin: Wir wollen, dass niemand mit Belastung allein bleibt. Deshalb bauen wir Anlaufstellen und Angebote auf und stärken Führungskräfte in ihrer Verantwortung. Gleichzeitig kennen wir unsere Grenzen: P&C ersetzt keine therapeutische Hilfe. Wir geben Orientierung, hören zu und helfen, die richtige Unterstützung zu finden.
Wie schafft man Unterstützung, ohne Rollen zu überschreiten?
Miriam: Das Prinzip lautet: Wir sehen dich, wir sprechen mit dir und wir leiten weiter. Wir haben Verständnis aber bestärken dich nicht in der Situation. Wir sprechen die Situation klar und offen an, ohne dabei übermutig in Aktionismus zu verfallen.
Ann-Katrin: Wir helfen, indem wir einen sicheren Rahmen schaffen: Wir sprechen offen über Vertraulichkeit, klären, was wir leisten können, und respektieren persönliche Grenzen. Wenn weiterführende Unterstützung nötig ist, lotsen wir zu den richtigen professionellen Anlaufstellen.
Erfahrung mit der Ausbildung
Wie habt ihr die Ausbildung fachlich und persönlich erlebt?
Miriam: Die Ausbildung bei der MHFA mit Can als Dozent hat mir sowohl fachlich als auch persönlich enorm weitergeholfen. Ich wurde sensibilisiert, fachlich gut abgeholt und ich habe mich verstanden gefühlt.
Ann-Katrin: Die Ausbildung war fachlich und persönlich sehr interessant und hat geholfen verschiedene typische Warnzeichen bei verschiedenen Krankheiten zu erkennen und wie wir damit umgehen könnten.
Gab es Inhalte, die euren Blick auf Gespräche im Arbeitsalltag nachhaltig verändert haben?
Miriam: Depressionen, Ängste, Süchte oder Suizid-Gedanken machen keinen Halt vor dem Arbeitsalltag. Es kann uns alle betreffen entsprechend auch die Menschen, mit denen ich tagtäglich zusammenarbeite. Es hat mich nachhaltig verändert, indem ich mutiger werde, schon kleine Nuancen anzusprechen, um zu zeigen “Du wirst gesehen!” und “Ich bin da, falls du reden möchtest.” – das sind zwei wichtige Aspekte in der heutigen schnelllebigen Zeit.
Ann-Katrin: Man wird sensibler für kleine Veränderungen – wenn jemand stiller wird, schneller gereizt ist oder sich zurückzieht. Das sind oft Momente, in denen ein frühes, gutes Gespräch wirklich viel bewirken kann.
Was nehmt ihr konkret für eure Rolle in People & Culture mit?
Miriam: Go, Mental Health! Wir möchten uns noch stärker für eine gesunde Arbeitskultur einsetzen, indem wir Veränderungen befürworten, die einen positiven Impact auf die Gesundheit haben – denn wir haben gelernt: Wenn wir uns gesund fühlen, steigt unsere Zufriedenheit und entsprechend sind wir motiviert und effizienter bei der Arbeit dabei.
Ann-Katrin: Konkret nehmen wir mehr Sicherheit und Struktur für sensible Gespräche mit: aktiver zuhören, offene Fragen stellen und frühzeitig Warnsignale erkennen, ohne vorschnell zu bewerten oder „lösen“ zu wollen. Gleichzeitig schauen wir aber auch stärker hin, also nicht nur auf einzelne Personen sondern eher auf Ursachen wie z.B. Arbeitslast, Prioritäten oder Teamdynamiken, um passende Unterstützung möglich zu machen.
Wirkung im Team
Spürt ihr seit der Ausbildung Veränderungen im Umgang miteinander?
Miriam: Wir achten nochmal mehr darauf, dass wir selbst als Vorbildfunktion auch eine gesunde Balance zwischen Fokus-Time und Break Out (Stillsitzen und Bewegung) etablieren. Das ist leichter gesagt als getan und dennoch enorm wichtig.
Ann-Katrin: Wir versuchen bewusster, als Vorbild eine gute Balance zwischen Fokus-Time und Pausen zu etablieren – inklusive mehr Bewegung im Arbeitsalltag. Es ist nicht immer leicht umzusetzen, aber es macht einen spürbaren Unterschied.
Werden Belastungen heute offener angesprochen?
Miriam: Wir sind achtsamer “unterwegs” indem wir unsere People Leader darauf aufmerksam machen, dass uns etwas auffällt und wir gerne mal nachgefragt haben möchten, ob dies bereits Thema in den einzelnen 1×1’s war. Wenn nicht, dann erarbeiten wir gemeinsam mit dem People Leader einen Weg aus, denn wir gemeinsam beschreiten.
Ann-Katrin: Das was Miri sagt 😊
Wie wird es im Team wahrgenommen, dass es ausgebildete Mental Health First Aider gibt?
Miriam: Meine Wahrnehmung ist, dass es einige “cool”, “genau richtig” und als wichtig empfinden. Dennoch ist die Hemmschwelle, dies offenkundig im Team zu sagen noch vorhanden. Unsere Gesellschaft scheut sich noch davor über so wichtige Themen in der Öffentlichkeit zu sprechen.
Ann-Katrin: Was Miri sagt 😀
Ausblick
Was wünscht ihr euch für den zukünftigen Umgang mit mentaler Gesundheit im Unternehmen?
Miriam: Ich wünsche mir, dass wir alle gemeinsam achtsam unterwegs sind und mal genauer hinschauen. Wir sollten Dinge nicht einfach bewerten und hinnehmen, sondern hinterfragen und zeigen “Ich sehe dich!” – das hat neben der Prävention auch einen wundervollen Mehrwert auf das Miteinander im Team.
Ann-Katrin: Wir wünschen uns, dass mentale Gesundheit ganz selbstverständlich Teil unserer Zusammenarbeit ist – mit psychologischer Sicherheit, offener Sprache und frühen, wertschätzenden Gesprächen. Das Rahmenbedingungen wie Prioritäten, Kapazitäten und Pausen aktiv mitgestaltet werden. Und wir wünschen uns, dass Unterstützung niedrigschwellig und ohne Stigma genutzt werden kann – so normal wie bei körperlicher Gesundheit.
Welche Rolle können Mental Health First Aider langfristig in unserer Kultur spielen?
Miriam: Die Rolle als Mental Health Aider ist nicht nur von kurzer Dauer, sondern wird langfristig immer mehr an Zuspruch und Anerkennung gelangen. Fernab vom Beruflichen benötigen auch viele unsere Mitmenschen im Alltag, ob auf dem Weg zum Supermarkt, Kino oder Kita Hilfe. Wir werden uns immer fremder, dabei sind wir die Spezies, die sich untereinander helfen kann. Wir sollten mehr Nähe schaffen anstelle uns fremd zu werden. Hebt die Augen vom Handydisplay hoch und nimmt die Umgebung war – seid mutig, wenn jemand Hilfe benötigt, ohne euch dabei selbst zu gefährden. Hilfe bedeutet auch, ich rufe den Notdienst und/oder Polizei, um der Person zu helfen.
Starke Software entsteht durch Struktur, Präzision und Innovation.
Starke Menschen durch Vertrauen, Offenheit und Verantwortung.
Beides gehört für uns zusammen.
Denn wir schaffen Raum für starke Software – und starke Menschen.
Ann-Katrin: Miris Worte sind ein super Abschluss 😀




Mentale Gesundheit beginnt nicht erst, wenn es schwierig wird.
Sie entsteht im Alltag – durch Aufmerksamkeit, Vertrauen und die Bereitschaft, hinzuschauen.
Mit der Ausbildung unserer Mental Health First Aider schaffen wir bei der iS2 AG bewusst Raum für Gespräche, Sensibilität und ein Arbeitsumfeld, in dem Unterstützung selbstverständlich sein darf.
Danke an Miriam und Ann-Katrin, dass ihr euch die Zeit genommen habt, diese Ausbildung zu absolvieren und dieses wichtige Thema aktiv in unser Unternehmen bringt.
Denn nachhaltiger Unternehmenserfolg entsteht nicht nur durch Technologie und Innovation, sondern vor allem durch Menschen, die sich gesehen, gehört und ernst genommen fühlen.
Oder anders gesagt:
Starke Software entsteht durch Struktur, Präzision und Innovation.
Starke Menschen durch Vertrauen, Offenheit und Verantwortung.
Beides gehört für uns zusammen.
Denn wir schaffen Raum für starke Software – und starke Menschen.
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