In News

Beschlossene Rechenwerte aus den Bereichen Steuerrecht und Sozialversicherungsgesetzgebung treten zum 01.01.2020 in Kraft

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ist für die Verordnung über die maßgebenden Rechengrößen der Sozialversicherung für 2020 (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020) zuständig und hat den dazugehörigen Referentenentwurf am 6.9.2019 veröffentlicht. Am 9.10.2019 wurde vom Kabinett die Verordnung über die Sozialversicherungsrechengrößen 2020 beschlossen. Nach der Ratifizierung durch den Bundesrat am 29.11.2019 wird die Verordnung nun zum 1.1.2020 in Kraft treten.

Die Rechenwerte der Sozialversicherung 2020 werden nach der Entwicklung der Löhne und Gehälter 2018 berechnet. Diese waren 2018 im Westen 3,06 % und im Osten um 3,38 % gestiegen. Entsprechend werden die Rechengrößen für 2020 in West und Ost angehoben.

Rechenwerte Renten- und Arbeitslosenversicherung / AV

Im Zuge der Einigung im Koalitionsausschuss zur Grundrente wurde ebenfalls eine Absenkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung auf 2,40 % angestrebt und per Kabinettsbeschluss am 18.11.2019 mit dem „Entwurf einer Ersten Verordnung zur Änderung der Beitragssatzverordnung 2019 – BMAS“ auf den Weg gebracht. Somit ändert sich der Wert des Beitragssatzes von 2,50 % in 2019 auf 2,40 % in 2020.

In Folge der Anhebung des durchschnittlichen Zusatzbeitrages in der gesetzlichen Krankenversicherung verändert sich der Faktor F ((Beitragsermittlung zur Sozialversicherung im Übergangsbereich) von 0,7566 auf 0,7547 in 2020. Während die Beitragsbemessungsgrenze BBG Renten- und Arbeitslosenversicherung West von jährlich 80.400 € im Jahr 2019 auf jährlich 82.800 € in 2020 steigt, ist der Sprung der BBG Renten- und Arbeitslosenversicherung Ost von jährlich 73.800 € in 2019 auf jährlich 77.400 € in 2020 deutlich höher.

Rechenwerte Kranken- und Pflegeversicherung

Die Beitragssätze Pflege und GKV verändern sich prozentual nicht von 2019 auf 2020, jedoch die absoluten Werte. In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung stieg die Beitragsbemessungsgrenze GKV von 54.450 € auf 56.250 € für das Jahr 2020.

Und auch der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz GKV erhöhte sich von 0,90 % auf 1,10 %, wie im Bundesanzeiger vom 28.10.2019 bekannt gemacht wurde. Im Zuge der Einigung zur Grundrente wurde im Koalitionsausschuss zugleich eine Umwandlung der bisherigen Freigrenze in einen echten Freibetrag angeregt, um die so genannte Doppelverbeitragung bei bAV-Rentenbezügen abzumildern. Am 18.11.2019 beschloss das Kabinett den „Entwurf eines Gesetzes zur Einführung eines Freibetrages in der gesetzlichen Krankenversicherung zur Förderung der betrieblichen Altersvorsorge (GKV-Betriebsrentenfreibetragsgesetz – GKV-BRG)“.

Gesetz zur Rückführung des Solidaritätszuschlags 1995

Am 14.11.2019 hat der Deutsche Bundestag den „Entwurf eines Gesetzes zur Rückführung des Solidaritätszuschlags 1995“ des Bundeskabinetts verabschiedet; der Gesetzentwurf unterliegt keiner Zustimmungspflicht durch den Bundesrat. Somit gelten ab 01.01.2021 die Neuregelungen zur Erhebung des Solidaritätszuschlages. Durch eine überproportionale Anhebung der Freigrenzen sollen bis zu 90 % der Steuerpflichtigen vollständig entlastet werden. Eine so genannte Milderungszone soll unvermittelte Belastungssprünge abfedern, indem beim Überschreiten der Freigrenzen der erhobene Solidaritätszuschlag erst allmählich an die Normbelastung von 5,5 % herangeführt wird.

Die Herabsetzung des Anteils der zusätzlichen Grenzbelastung von zuvor 20 % auf 11,9 % ab 2021 verbreitert den Wirkungsbereich der Milderungszone. Im Sektor der Lohnsteuerberechnung werden die per Gesetz geänderten Freigrenzen sowie die Regelungen zur Verbeitragung so genannter Sonstiger Bezüge bei der Aufstellung der Programmablaufpläne für den Lohnsteuerabzug 2021 berücksichtigt und nach deren Bekanntmachung implementiert werden.

Sie können hier eine Zusammenstellung relevanter Werte der Steuer- und Sozialversicherungsberechnung kostenlos downloaden.

Neueste Beiträge