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Was bedeutet es für dich bei der iS2 zu arbeiten?

Ich habe 1995 bei iS2 als Entwickler angefangen, nachdem ich bereits mehrere Jahre als Externer für die Firma gearbeitet hatte. Danach war ich Projektleiter und Verantwortlicher für verschiedene Produkte, bevor ich 2002 Vorstandsmitglied wurde. Dieser lange gemeinsame Weg mit iS2, vielen langjährigen Mitarbeitern und nicht zuletzt vielen Kunden schweißt stark zusammen!

Für mich sind ein gutes Team und unsere Themenstellung entscheidend. Wir müssen immer wieder neue, innovative Ansätze für die Bedürfnisse unserer Kunden finden und uns auch selbst dabei von Zeit zu Zeit neu erfinden. Es ist großartig, dass das mit der iS2 möglich ist.

iS2 vor 10 Jahren – was ist heute anders?

Das Themenspektrum hat sich erweitert und wir sind wesentlich größer geworden.

Mit unseren Beratungssystemen OASE und VERA sind wir v.a. in den 2000er Jahren bekannt geworden. Im letzten Jahrzehnt haben wir zwei neue Geschäftsfelder aufgebaut: Einerseits ist das unser Consulting-Bereich für IT-Umsetzungsprojekte und zur Unterstützung unserer Kunden bei der digitalen Transformation. Hier haben wir zum Jahreswechsel 2019/2020 durch die partnerschaftliche Übernahme von sinopsis über die Umsetzung hinaus auch viel Kompetenz für Strategie- und Konzeptberatung hinzugewonnen.

Andererseits haben wir es geschafft, mit unserer Unterschriftslösung inSign die Marktführerschaft in der Vertriebsprozessen der deutschen Versicherungswirtschaft zu erringen. Gleichzeitig hat sich mit inSign unser Kundenspektrum erweitert: Wir haben Kunden in ganz Europa und zunehmend auch in anderen Branchen.

Bist du zufrieden mit dem Weg, den iS2 genommen hat?

Die Frage klingt, als ob man das am Reißbrett entwerfen könnte. In Wahrheit ist es natürlich ein Mix aus Strategie und Gelegenheiten, die man ergreift.

Um auf die Frage zu antworten: Ich bin zufrieden mit dem Weg, den iS2 genommen hat, dass wir gewachsen sind und uns breiter am Markt positionieren konnten. Natürlich sind aber immer auch ein paar Wünsche noch offen, die Hunger auf die Zukunft machen.

Wir möchten den Stellenwert von Analyse und Beratung im Versicherungsvertrieb stärken und dafür die besten Lösungen anbieten! Dafür erneuern wir gerade unser Produktportfolio.

Mit inSign wollen wir uns natürlich weiter im Versicherungsumfeld in der ganzen EU etablieren. Gleichzeitig werden wir mit inSign auch dem gesamten Mittelstand bei der Einführung papierloser Unterschriftsprozesse helfen und die Marke in den KMU-Markt tragen.

Der iS2-Consulting-Bereich entwickelt sich nach der partnerschaftlichen Übernahme von sinopsis in Köln zu einem Projekt- und Beratungsdienstleister weiter, der unseren Kunden von der Strategie- und Konzeptentwicklung bis zur Umsetzung mit Design, Entwicklung, Test und Projektmanagement bei allen wichtigen Fragestellungen zur Digitalisierung und den damit fast immer einhergehenden Veränderungsprozessen hilft. In dieser Aufstellung stellen wir eben nicht einfach einen Baustein auf den Hof, sondern gehen in die Verantwortung für das Endergebnis.

Wofür steht die Marke iS2?

Wir standen schon immer und stehen auch zukünftig für eine sehr partnerschaftliche Beziehung mit unseren Kunden.

Intern pflegen wir einen starken Teamgedanken. Bei der Größe der früheren Gründungsbelegschaft von 6-7 Leuten war dies sicherlich noch einfacher als bei unserer jetzigen Größe von rund 100 Mitarbeitern, verteilt auf 3 Standorte. Aber uns ist es wichtig, den familiären Charakter unseres Miteinanders beizubehalten.

Wir haben uns im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt, indem wir versuchen, immer ein offenes Ohr für den Marktbedarf zu haben. Gerade sich verändernde Geschäftsprozesse durch den verstärkten IT-Einsatz finden wir hochgradig spannend.

Ein Slogan, den wir früher benutzt haben, war unser iS2-Dreiklang: „Technische Qualität – fachlich hochwertig – vertrieblich sinnvoll nutzbar“. Wir benutzen diesen Slogan nicht mehr aktiv, weil wir eben nicht mehr nur Vertriebssoftware bauen, aber ich finde, dass dieser Dreiklang im abstrakten Sinn immer noch richtig ist. Man muss es nur schaffen, ihn immer wieder neu zu interpretieren.

Woher kommen neue Ideen und Ansätze?

Entscheidend ist der Bedarf unserer Kunden. Ein regelmäßiger Austausch auch jenseits des aktuellen Projektbetriebs über ihre Wünsche und Ziele ist uns sehr wichtig. Wir pflegen auch einen regen Austausch auf Messen und Kongressen. Und natürlich auf unserer eigenen Veranstaltung, der iS2-Connect. Aktuell ist ein direkter Kontakt leider nicht möglich, was sich hoffentlich bald wieder ändern wird.

Von 6 Leuten auf aktuell 100 Mitarbeiter – was bedeutet das für die Firma?

Für mich war ein erster Umbruch erkennbar, als wir das erste Mal die 20/25 Mitarbeiter Marke geknackt haben. Damals musste man erstmals anfangen, Strukturen aufbauen.

Aber auch die Veränderung von 50 auf heute fast 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den letzten 10 Jahren hat neue Strukturen und Prozesse erforderlich gemacht. Die interne Organisation in drei Geschäftsbereiche war ein wichtiger Schritt, um das Umfeld und die Aufgabenstellung für jeden Einzelnen überschaubar zu halten.

Dennoch ist es für uns wichtig, dass auch die einzelnen Teams sich als Teil der ganzen Firma erleben und begreifen. Denn das Ganze ist natürlich mehr als sie Summe seiner Teile.

Also niemals aufhören quer zu denken, sich bereichsübergreifend Unterstützung zu holen und Ideen weiter zu tragen. Das zu leben ist nicht immer einfach, aber in meinen Augen essenziell.

Wer hat die iS2 gegründet und warum?

iS2 war 1990 ein klassisches Management Buy-Out von Texas Instruments. Dort hat sich in den 80er Jahren ein Softwaregeschäft in Ergänzung zu den Taschenrechnern für vertikale Märkte entwickelt. Als Chiphersteller lagen die strategischen Ziele bei TI aber natürlich in anderen Bereichen. So kam es im gegenseitigen Einvernehmen zur Ausgründung von iS2. Das Gründungsgeschäft war ein Mix aus dominierendem Hardwarevertrieb für den TI-74 Rechner und ergänzender Softwareentwicklung. Damit lieferte man noch bevor es Notebooks oder gar Tablets gab, mobile IT für den Vertrieb von Versicherungen. Das Geschäft war sehr erfolgreich; iS2 war zwar nicht der einzige aber der größte Anbieter solcher Systeme.

Der ursprüngliche Firmenverbund von iS2-Gesellschaften in Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien schälten sich Deutschland und Frankreich als erfolgreichste Einheiten heraus und um 2000 herum kam es dann im Zuge der Ablösung der Gründungsgesellschafter zur Entflechtung.

Auch wenn der TI-74 noch bis 2002 bei einigen Vertrieben mit mehr als 20.000 Stück im Einsatz war, ist iS2 schon seit Mitte der 90er Jahre primär Softwarehersteller für die jeweils aktuellen Plattformen, also vom PC mit DOS und Windows bis zu den heutigen Webanwendungen für mobile Devices und Desktop.

Was waren die Meilensteine von iS2?

1990

6 Leute Gründungsteam

Marzling

Vertrieb TI-74 & Programmierung

Versicherungs-
branche

iS2 Logo Alt 1990

2020

100 Mitarbeiter

Marzling
München
Köln

Strategieberatung,
IT-Consulting,
Entwicklung
Standardsoftware

Versicherungs- & Finanzwirtschaft,
KV, SV, gewerblicher Mittelstand

is2-sinopsis
  • Mitte der 90er Jahre die Wandlung vom Hardwaredistributor zum Softwarehaus.
  • Um die 2000er gab es in der dot.com Euphorie einen ersten Ansatz für mobiles Internet mit der WAP Technologie für Handys. Wir wollten damals den Ansatz vom Taschenrechner TI-74 auf die WAP Technologie übertragen. Allerdings hat die Technik damals noch nicht das halten können, was sie versprochen hat und die Phase war nach gut 2 Jahren wieder vorbei. Allerdings konnten wir das, was wir damals entwickelt hatten, als Basis für die ersten Internet-Anwendungen nutzen.
  • Die nächsten großen Entwicklungen wurden durch die Rentenreformen ausgelöst. 2002 war die Riester Reform die Initialzündung für unsere Altersvorsorgesoftware OASE. Mit der Rürup Reform 2005 konnten wir OASE breit etablieren und uns unsere Bekanntheit am Markt erarbeiten.
  • 2007 wurde durch den Gesetzgeber die Vermittlerrichtlinie – ein Vorläufer der europäischen Richtlinie IDD – erlassen. Man wollte eine Rund-um-Beratung der Kunden und weg vom Produktverkauf. Das war der Beginn unserer Beratungssoftware VERA.
  • 2013 entstand auf der Suche nach besseren IT-Prozessen für den Vertrieb die Idee zu einem neuen Produkt: die elektronische Unterschrift inSign. Bis dahin wurde im Verkaufsprozess der Versicherungsantrag zum Unterschreiben noch ausgedruckt und das wollten wir ändern. Es gab bereits Unterschriftpads, aber unser Ansatz war die Unterschrift mit dem Smartphone oder Tablet. Nach der Markteinführung von inSign waren wir innerhalb kürzester Zeit etabliert und wurden Marktführer in vertriebsunterstützenden Prozessen.
  • 2016 haben wir unseren Consultingbereich gegründet. Die Themen bei den Kunden wurden vielschichtiger und brauchten gerade im Hinblick auf die Schnittstelle zwischen Front- und Backend individuelle Lösungen. Das geht nicht mit einem standardisierten Produkt und erforderte somit von uns als iS2 ein anderes Geschäftsmodell. Der Bereich Consulting ist mittlerweile, auch zusammen mit der übernommenen Firma sinopsis und deren MitarbeiterInnen der größte Bereich.
  • Wie schon erwähnt, haben wir zum Jahreswechsel 2019/20 den Consulting-Bereich durch die partnerschaftliche Übernahme von sinopsis in Köln weiter gestärkt. Wir ergänzen uns sowohl im Kundenklientel als auch im Leistungsportfolio: Mit sinopsis wird das Leistungsspektrum über die IT-Umsetzung hinaus in Richtung Prozess- und Strategieberatung erweitert. Sowohl iS2 als auch sinopsis haben Erfahrung darin, Kunden auf ihrem Weg zu agilen Prozessen zu begleiten. Das ist ein wichtiger Anknüpfungspunkt. Die komplementären Schwerpunkte – IT-Umsetzung einerseits und Strategie-/Prozessberatung andererseits ergänzen sich bestens. So wird aus eins plus eins sicher mehr als zwei!

iS2 ist in der Versicherungsbranche zu Hause – werden die Fühler auch in andere Branchen ausgestreckt?

Ja! Mit inSign sind wir bereits in anderen Branchen vertreten. Das verstärken wir gerade massiv. Wir sind als deutsch-europäischer Anbieter eine klare Alternative zu den US-Anbietern auf diesem Gebiet und bieten unseren Kunden deutsche Standards in Sachen Datenschutz, IT-Sicherheit Sicherheit und Zuverlässigkeit. Neben den Enterprise-Kunden ist hier der gewerbliche Mittelstand am wichtigsten. Viele Unternehmen sind gerade erst dabei, ihre Prozesse zu digitalisieren und wir bieten dafür schnelle und unkomplizierte papierlose Unterschriftsprozesse.

Was bedeutet die DIN-Zertifizierung von VERA.neo für die iS2?

Seit 2019 gibt es eine unabhängige Norm zur Analyse der Finanzsituation von Privathaushalten. Sie ist ein wichtiger Baustein für eine seriöse Versicherungs- und Vorsorgeberatung und nicht zuletzt auch eine große Chance für die Versicherungswirtschaft, die Glaubwürdigkeit zu verbessern. Für uns bedeutet das, dass wir diese Bewegung im Markt unterstützen und unseren Kunden helfen, diese Initiative umzusetzen.

Worauf freust du dich in der nächsten Zukunft?

Auf unsere 31- Jahr Feier in der Post-Pandemie-Phase 😉

Vorstand Stephan Hämmerl

Was Sie noch nicht über Stephan Hämmerl,
Vorstand der iS2 AG seit 2002, wussten:

  • Schon 1989 hat er in einem Nebenjob bei Texas Instruments
    in dem Team gearbeitet, das wenig später zur iS2 wurde.
  • Damals entwickelte er selbst Software, u.a. auch für die iS2.
    Bei genügend Zeit hätte er auch jetzt noch Spaß daran.
  • 1995 war sein erster Job nach dem Studium direkt bei der iS2.
    Seit 2002 ist er in der Vorstands-Funktion.
  • Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.
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